Musik

„Co Čech, to muzikant.“ - ein tschechisches Sprichwort, demnach in jedem Tschechen ein örtlichen Musiker stecke. In der Vergangenheit hatten die sprichwörtlichen böhmischen Musikanten den größten Ruhm für ihre Heimat erworben. Die Musik war und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des Alltags sowie der Nationalkultur. 
Obwohl die ältesten, in Bruchstücken erhaltenen Belege über das Musikleben in Böhmen und Mähren bis ins 11. Jh. zurückreichen, neben Choralmusik reichhaltiges geistliches wie weltliches Liedergut ab der Mitte des 13. Jh. belegt ist, erlebte das das musikalische Schaffen erst in der Mitte des 16.Jahrhunderts erlebte einen bedeutenden Aufschwung. Vor allem in den Städten entstanden verschiedene Chöre, literarische Bruderschaften, private Musikvereine, städtische und adelige Kapellen. Die Verlegung des Kaiserhofsitzes von Wien nach Prag unter Rudolf II. brachte italienische, deutsche, spanische und niederländische Einflüsse, bedeutende Musiker aus Europa gingen damals nach Prag. Europa. Diese viel versprechende Entwicklung wurde vom Ständeaufstand in den Jahren 1618-1621, durch den Dreissigjährigen Krieg und nicht zuletzt durch die Rückkehr des Kaiserhofes nach Wien zwar bedroht, jedoch nicht zerstört. 
Das 17. und 18 Jahrhundert waren eine Blütezeit der böhmischen Musik. Viele Künstler-Emigranten machten die Musikalität des tschechischen Volkes weit über die Grenzen der Heimat berühmt.
Im 17. - 19. Jh. unterhielt der Adel ‚Dienerkapellen’, die nicht nur für die Konzerttätigkeit selbst, sondern auch für die Erziehung und Ausbildung des Musiknachwuchses zuständig waren. Verschiedene Musiksammlungen wurden gegründet. Die Grafen Haugwitz aus Náměšť nad Oslavou setzten in der ersten Hälfte des 19. Jh. systematisch das Schaffen von Georg Friedrich Händel durch. Im Schloss des Grafen Questenberg wurde im Jahre 1730 die erste Oper in tschechischer Sprache uraufgeführt. Eine bedeutende Rolle spielten auch Kirchen und Klöster. Der Musikinstrumentenbau prägte das Bild vieler Gemeinden, insbesondere in Nordwestböhmen.
Viele tschechische Städte und Orte, wo bedeutende Künstler wirkten, gingen in die tschechische und internationale Musikgeschichte ein. Die größte Anziehungskraft auf europäische Künstler hatte jedoch immer Prag. Hier triumphierten Mozart und Christoph Willibald Gluck mit ihren Opern, hier verweilten Ludwig van Beethoven, Carl Maria Weber als Kapellmeister des Ständetheaters, Hector Berlioz, Nicollo Paganini, Clara Schumann, Franz Liszt, Richard Wagner und Peter Iljitsch Tschaikowski. Die VII. Symphonie von Gustav Mahler feierte hier ihre Weltpremiere. Aus Prag stammte Josef Mysliveček, einer der berühmtesten Vorgänger Mozarts. In der Zeit der „nationalen Wiedergeburt“ Mitte des 19. Jh. wurden die Grundsteine der tschechischen Nationalmusik gelegt. Vor allem Werke von Bedřich Smetana (1824 – 1884) einem der berühmtesten tschechischen Komponisten überhaupt, markieren den Aufbruch zum Sternenhimmel der Oper. 1883 wurde mit Smetanas Libuše das zwei Jahre davor, nur einen Monat nach dessen Ersteröffnung niedergebrannte tschechische Nationaltheater wieder. Aber nicht nur historische alttschechische Themen wie Libuše, Dalibor, sondern auch volksnah konzipierte Opern wie Die verkaufte Braut und Der Kuss und lyrische symphonische Dichtungen wie die populäre Moldau aus dem Zyklus Má vlast (mein Vaterland) bilden das Werk des patriotischen Künstlers, der zehn Jahre vor seinem Tod das Musizieren wegen Taubheit aufgeben musste. 
Zu den berühmtesten tschechischen Komponisten des 19. Jahrhunderts zählt, für viele das Vorbild eines Künstlers, der mit seinem Werk bewusst völlig im Dienste seines Vaterlandes stand. Antonín Dvořák (1841-1904) setzte die tschechische Musik auch international durch. Seine Märchenoper (Russalka) wie auch Symphonien wie Aus der Neuen Welt und Kammerkonzerte stehen bis heut auf den Spielplänen führender Konzerthäuser auf der ganzen Welt. Die populären Slawischen Tänze, inspiriert durch mährische und tschechische Volkslieder, bestechen durch ihre Melodik und Rythmik. Eine der beachtenswertesten Persönlichkeiten der internationalen Musikgeschichte ist der aus Nordmähren stammende Leoš Janáček (1854 – 1928). Vor allem Janáčeks Opern wie Jenůfa, Die Sache Makropulos oder Das schlaue Füchslein werden bis heute auf europäischen Bühnen durchgeführt, auch wenn das Publikum bei der Uraufführung seiner parodistischen „Mond-Oper“ Ausflüge des Herrn Brouček auf den Mond 1920 in Prag auf die Frage „Gibt es Tschechen auf dem Mond?“ eher zurückhaltend reagierte. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen leitete Bohuslav Martinů die Moderne in der tschechischen Musik ein. 
Jahrhunderte lange Nachbarschaft und Zusammenleben von Tschechen und Deutschen brachten aber nicht nur im Bereich der klassischen, der „ernsten“ Musik Gemeinsamkeiten hervor wie die musikalische Freundschaft zwischen Dvořák und Brahms. Auch in profaneren Musikgenres wie Volks- und Tanzmusik inspirierten und beeinflussten sich beide gegenseitig. 1929 schrieb Jaromír Vejvoda seine Modřanská polka. Das in Tschechien eher als Škoda lásky bekannte Lied ging später auf Welttournee. Von den Deutschen als Rosamunde, von den Amerikanern als Roll Out the Barrel gesungen wurde dieser tschechische Polka zum Welthit. Neben den südböhmischen Dudelsackpfeifern und mährischen Fiedlern brachten vor allem die tschechischen Blaskappellen schon manchen Saal in Wallung. Und nicht nur die tschechischen. Die aus dem Sudetenland stammenden Egerländer Musikanten schafften es bis an die Spitze der Hitparaden in Deutschland und Österreich. Und sicherlich wird es in Deutschland kaum jemanden geben, der die Biene Maja - den hierzulande wohl bekanntesten Schlager von Karel Gott, der „goldenen Stimme aus Prag“, zumindest nicht mitsummen könnte.
Heute bevölkern zahlreiche Mozarts Prager Straßen, um in Originalkostümen für unzählige Konzerte und Musikveranstaltungen in der Touristenmetropole zu werben. In Tschechien finden heute zahlreiche internationale Musikfestspiele statt, allen voran das Festival Prager Frühling. Landauf landab wird musiziert, ob schon Klassik oder Volksmusik, Swing, Jazz sowie Rock und Pop. So kann man sich in Prag für die Philharmonie mit gediegener Atmosphäre des Rudolfinums, für die Multimedia-Show der Křížik-Fontäne auf dem Ausstellungsgelände in Holešovice oder für eins der Jazzlokale entscheiden. Im Prager Reduta griff 1994 auch Bill Clinton nach seinem Saxophon.

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