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Racot gegen 1910

GESCHICHTE

 

            Racot wurde zum ersten Mal 1366 erwähnt. Es lag auf einer Insel auf dem Fluss Obra – Raczsati in insula.

Die Siedlung hieß ursprünglich Radsad und nach 1600 – Racat oder Racoty. Im hiesigen Mundart war das Racot. Der Name wurde in der „Preußischen Zeit“ fixiert.

Als erster Besitzer von Racot wurde 1390 Jan Gry¿yñski in die Chroniken eingetragen. Seine Vorväter war die Famielie Borek Gry¿yñski, die aus der Ko³obrzeg - Kastellanei kam. Dann wurde Aandrzej, Jans dritter Sohn der Herr von Racot und Wêgliny – eine Siedlung mit Wassermühle zwischen Racot und Gry¿yna.

Um 1494 kaufte Marcin Go³utowski aus Gu³ty (Wappen Grzyma³a) die Siedlung Racot. !526 kaufte er noch Darnowo. Als Erbe bekam alles sein Sohn £ukasz. Zu dem Vermögen gehörten da auch Spytkówki, Lubosz, Kurowo, Witkówki und S³onin.

Der Sohn von £ukasz – Adam, verheiratet mit Katarzyna Sobieska (eine Verwandte vom König Jan Sobieski), starb 1628. Ihre einzige Tochter Jadwiga Go³utowska heiratete um 1636 einen Verwandten von dem heiligen Stanis³aw Kostka.

Ihre Tochter Joanna Aleksandrowa Tar³owa verlor alles. Seit 1670 war Krzysztof Bronisz aus Parady¿ (Wappen „Wieniawa“ ein Wisentkopf auf dem gelben Feld) der Herr in Racot. und später sein Sohn Piotr, geb. 1676.

 

 

Piotr Bronisz – das Sargbildnis aus dem XVIII. Jh.

 

 

Es gibt eine sage von Piotr Bronisz und seine Tochter Dorota

 

 

Es war im XVII. Jh., als das prächtige Landgut Racot ging zu Hände einer anerkannten und wohlverdienten Familie Bronisz. In den Palast zog Piotr Bronisz (später Kastellan von Kalisch) mit seiner jungen Frau. Bald wurde ihr erstes Kind geboren. Die Freude war riesig. Das Mädchen bekam den Namen Dorota – nach ihrer Urgroßmutter. Das Kind war gesund und glücklich. Die Eltern zeigten ihm große Liebe. Als Dorota 5 Jahre alt war, musste ihr Vater, der Anhänger von Stanis³aw Leszczyñski, aus Polen fliehen. Sowohl Dorota, als auch ihre Mutter liebten Piotr sehr. Sie konnten sich das Leben ohne ihn kaum vorstellen. Sie bliebe wie weisen in dem schönen Palast.

Es waren schwere Stunden für Dorota. Sie liebte die Mutter, aber sie war mit dem Vater besonders verbunden. Sie war zu jung, um zu begreifen, warum der Vater sie verlassen musste. Sie wusste nur, dass der Papa nicht da war und das war für sie eine große Tragödie. Sie fühlte sich einsam, weil die leidende Mutter schloss sich in ihren Zimmern und ließ die Tochter mit den Dienstmädchen.

Niemand wusste, wann Bronisz heimkehren können werde. Der Treuhänder, dem Bronisz seine Familie und Gut anvertraute, erwies sich als Nichtswürdige. Er zog in das Herrenappartement und verfügte über das Gut wie über ein eigenes. Ihm gefiel auch die schöne Frau Bronisz.

Die Zeit verging und niemand hörte von Piotr. Allgemein fand man ihn für gestorben und seine Frau für Witwe. Der Treuhänder glaubte an die Gerüchte und schwärmte sie an. Die Frau aber war treu und wartete auf die Heimkehr ihres Mannes. Da warf der böse, unehrliche Treuhänder die Witwe und die Halbwaise aus dem Palast in das Hintergebäude.

Beide waren an Komfort gewöhnt und litten jetzt sehr. Frau Bronisz wurde krank, sie hatte kein Geld für Medikamente, weil sie die kleine Summe vom Treuhänder fürs Essen ausgaben. Er erlaubte den beiden zurück in den Palast zu ziehen, wollte aber dafür, dass Frau Bronisz ihn heiratet. Das konnte sie nicht tun. Sie war zu stolz.

Die Mutter fühlte sich immer schlimmer. Vor der Schwäche konnte sie schon nicht draußen gehen. Den ganzen Tag über saß sie am Fenster und wartete auf Piotr Bronisz. Als Dorota 15 wurde, starb ihre arme Mutter.

Das Mädchen wurde ein Hindernis für den Treuhänder, der eine Bauerin aus Racot heiratete. Dorota, die Tochter einer prächtigen Familie war wild und kannte keine Edelsitten. Eigentlich „erzog sie sich“ selbst.

Leidenschaftlich las sie polnische und ausländische Literatur, die nicht immer für ihr Alter entsprechend war. Sie lebte mit Bauern. Oft war sie schmutzig und plump angezogen. Auf keinem Fall sah sie eine junge Dame aus. Sie war sehr reif mutig und tapfer wie ihr Vater. Sie konnte den Treuhänder und seine Frau nicht achten. Sie hasste sie.

Unklare Gewissenbisse ließen den Treuhänder das Mädchen wieder in den Palast aufnehmen. Das gefiel seiner Frau nicht. Sie bat den Mann, damit er die Waise aus dem Hause jagt. Er wollte das nicht. Dann dachte die schlaue Bäuerin eine Geschichte aus. Sie sagte dem Mann, dass Dorota ihren Schmuckgeklaut habe.

So wurde das Mädchen an die Luft gesetzt. Es ging allein in die Welt. Sie hatte keine Verwandten und die Freunde von ihren Eltern dachten, dass Dorota auch nicht mehr lebt. Obwohl sie stark und jung war, erkrankte sie an Lungenentzündung. Eines Tages, als sie ohnmächtig lag, fand sie ein Reisender. Das war ein türkischer, reicher Kaufmann. Man weiß nicht, warum er allein, mit einem einzigen Pferd reiste.

Der Kaufmann nahm das Mädchen in sein Land mit. In Dorota verliebte sich der Kaufmanns Sohn. Sie war glücklich, aber sie vergaß die lieben Eltern nicht. Immer noch hoffte sie, dass ihr Vater irgendwo in der Welt lebt.

Der Kaufmann ging wieder auf die nächste Reise. Nach einem Jahr kam er noch nicht zurück. Die ganze Familie war besorgt. Dorota, die ihren Betreuer mochte, wurde wieder traurig und einsam. Endlich kam er heim. Er brachte einen Mann, den er, wie er erzählte, aus der türkischen Gefangenschaft befreite. Dorota erkannte ihren Vater.

Als er von der Tochter hörte, was in Racot geschah, wurde er immer böser und fühlte die Rachegier. Beide entschieden sich nach Polen zurückzukehren, obwohl Dorota auch gerne in der Türkei bleiben würde, weil sie den Sohn des Kaufmanns heiraten wollte. Unterwegs nach Hause hielten sie sich bei alten Freunde der Familie auf, um die Rache zu planen. Zusammen mit Verbündeten kamen sie nach Racot. Der verräterische Treuhänder war gerade beim Essen. Gemeinsam packten sie ihn und schließen in dem Verlies. Dort starb er vor Hunger.

Bronisz führte sein Landgut wieder zur Pracht. Dorota vergaß nie ihren herzgeliebten, trotzdem heiratete sie den Fürsten Jab³onowski. Der Palast in Racot blühte in dieser Zeit. Dorota ließ viel Neues bauen und gründete den Park.

 

Die Legende sagt, dass der Geist des verhungerten Treuhänder immer noch im Verlies schmachtet.

 

Nachdem die Fürstin gestorben war, regierten in Racot ihre Kinder. 1777 übernahm ihr Sohn, der Fürst Antoni Barnaba Jab³onowski, das Gut. Der Fürst Antoni hatte auch ein großes Vermögen in der Ukraine und in Russland. Jedes Jahr führte er nach Racot Honig, Talg, Pelze, Spiritus und ähnliche Waren. Racot wurde dann eine Stadt, in die Kaufleute aus Breslau und Frankfurt kamen.

 

Im Jahre 1793 verweilten in Racot  der Fürst Józef Poniatowski, Micha³ Wielchorski, andere Generäle der polnischen Truppen und Tadeusz Koœciuszko.

In dem Palast stellte Józef Wybicki (Autor der polnischen Nationalhymne und Besitzer von Manieczki bei Œrem) seine Theaterstücke vor.

Wegen der Schulden musste Jab³onowski 1798 das Racoter Gut dem Fürsten Wilhelm von Oranien verkaufen. Der Fürst Wilhelm wurde 1815 zum König von Niederlanden Wilhelm I. gekrönt.

Zu seiner Zeit (am 28. März 1840) wurde eine Anordnung veröffentlicht, die den Bauern Acker zu eigen gab. Das verursachte schnelle Entwicklung des landwirtschaftlichen Dorfes.

Dann erbten seine Kinder und Enkel. 1879 heiratete Maria Luise Sophie, die Tochter von Wilhelm II., Karl Alexander von Sachsen – Weimar – Eisenach und so war Racot unter deutscher Verwaltung. Sophie baute in Racot das Vorwerk aus. Damals entstand auch die evangelische Schule an der Kirche.

Das Gut in Racot gehörte 1798-1878, also 80 Jahre den Holländern und 1879-1918, also 39 Jahre den Deutschen.
Nach dem I. Weltkrieg, aufgrund des Friedenstraktats aus dem 28.Juni 1919, gehörten die racoter Güter der Staatskasse und es wurde dort die Staatliche Pferdezucht gegründet.
Am 28.Dezember 1921 war in Racot , vier Stunden lang, der damalige polnische Marschall Józef Pi³sudski.
Er war gerade auf dem Weg nach Turew.Er besuchte dort den polnischen Primas, Priester Kardyna³ Edmunt Dalbor

In den Jahren 1921-1930 wurde der Palast in Racot renoviert und er wurde zum Residenz des polnischen Präsidenten.
Hier waren u.a. zwei Präsidenten Stanis³aw Wojciechowski und Ignacy Moœcicki.

Am 1. November entstand in Racot der Staatliche Pferdestall.
Er existiert bis dato.
Seit dem Jahre 1924 war W³adys³aw Siemieñski (geb.1891)der Leiter des Pferdestalles.
Er ging am 6.September 1939 ums Leben, während der Pferdestall bombardiert wurde.

 

 

SEHENSWÛRDIGKEITEN

 die Pfarrkirche - an der Dworcowastrasse 12, die Kirche von Heiligem Stanis³aw Kostka und Heiligem Jerzy.
Die Kirche wurde in den Jahren 1768 - 1780 von der Familie Jab³onowski als Palastkapelle gebaut.

Im Jahre 1998 wurde an der Kirche ein Pfarrhaus gebaut, es heiss "Kana Galilejska".

 der Holzglockenturm  -
wurde im 1818 gebaut. Der Holzglockenturm ist dank seinem Klang sehr beliebt in dieser Region.

der Palast  (pa³ac)

Der Palast ist die größte Attraktion in Racot.
Um den Palast gibt es noch einen Park, Pferdestall (1773)und einen Wagenschuppen.
Heutzutage gibt es vor dem Palast die Metallfigur eines Pferdes.
Sie wurde von Boñcza - Ozdowski gemacht.

Der Palast wurde gegen 1785 für den Prinzen Antoni Barnaba Jab³onowski gebaut. Der Bau wurde im Jahre 1790 beendet.
Der Palast wurde aus Ziegel gebaut. Innen gab es u.a. ein Gästezimmer und einen Speiseraum.
In fast allen Räumen gibt es Malereien, die aus den Jahren 1785 - 1790 kommen. Die Möbel kommen aus der II. Hälfte des XIX. Jahrhunderts.
Im Jahre 1902 wurde an dem Palast eine Nordaußenseite gebaut.
Nach dem Jahre 1919 war dort die Residenz des polnischen Präsidenten.
Heutzutage befindet sich in dem Anbau das Hotel.
Der Palast wurde im Jahre 2003 renoviert und ist in einem guten Zustand erhalten.

Nach dem Jahre 1919 dient das Südhinterhaus als das Haus von dem Pferdestalldirektor.

An der Westfassade wurde zum 50. Jubiläum des Pferdestalles eine Gedenktafel eingemauert.
An der Fassade vor dem Palast wurde eine Gedenktafel eingemauert, die dem ehemaligen Gründer und Direktor des Pferdestalles gewidmet wurde.

Der Gutshaus

Der Gutshaus, aus dem Jahre 1683, besteht aus einem Hof, einem Garten, Inventarräumen und Arbeitnehmerhäusern.Der älteste Teil ist der Ostteil des jeztigen Hofes.

Das Nordhinterhaus (oficyna pó³nocna) wurde im Jahre 1773 von Dorota Jab³onowska, geboren Bronisz, gebaut.
Der Pferdestall (stajnia i wozownia)und der Wagenschuppen wurden im Jahre 1773 gebaut.
Um den Palast gibt es einen großen Landschaftspark aus dem XVIII. Jh.

Die Windmühle - gibt es an der Koœciañskastraße, dem Fußballspielplatz gegenüber.
Sie kommt aus dem XVIII. Jh.
Im Jahre 1802 wurde sie aus Góra œl¹ska nach Racot gebracht.

Gedenkestein - Obelisk -befindet sich vor der Grundschule in Racot. Der Stein wurde auf dem Weg aus Choryñ nach W³awie gefunden.
Er wurde Tadeusz Koœciuszko gewidmet.

"Ochronka" - heutzutage ein Haus an der Dworcowastraße 1, es wurde im Jahre 1911 aus Ziegel gebaut.


Der ehemalige Kinderhort

 Die Jab³onowski Allee ist eine der wichtigsten touristischen Attraktionen in Racot. Sie läuft die Straße nach Witkówki entlang (nach Norden von Racot) und besteht aus Linden. Sie ist 1,2 km lang und zählt 148 Bäume von dem Umfang 480 cm und der Höhe gegen 18 m.


Die Jab³onowski Allee

BEKANNTE EINWOHNER VON RACOT

 

Obwohl das Racoter Land ziemlich klein ist, kann es auf bekannte Persönlichkeiten stolz sein. Aus Racot kommen gute Wirte, die zum Gemeinwohl arbeiteten und die Zierde von Großpolen sind. Man muss hier die Familien Gu³towski, Bronisz und Jab³onowski nennen.

DER ALLTAG FRÛHER UND HEUTE

 

So wie in ganz Großpolen, entwickelte sich auch in Racot die Landwirtschaft ausgezeichnet. Früher waren das vor allem: Der Ackerbau, die Tierzucht und der Obstbau. Im XVI. Jh. existierten in Racot ein Wirtshaus und eine Wassermühle. Zu dieser Zeit besaß Racot 6 Bauernfluren von der Fläche 125 ha. Zu der Zeit von Dorota Jab³onowska führte man die Seidenraupenzucht. Der Sohn von Dorota, der Fürst Antoni hatte auch ein großes Vermögen in der Ukraine und in Russland. Jedes Jahr führte er nach Racot Honig, Talg, Pelze, Spiritus und ähnliche Waren. Racot wurde dann eine Stadt, in die Kaufleute aus Breslau und Frankfurt kamen.

Man züchtete Schafe und Vieh. Das Tierzuchtzentrum beschäftigte sich mit dem Export von Hasen und Fasanen. Racot wurde nicht nur im Inn-, sondern auch im Ausland, dank des größten in Europa Gestüts, berühmt. Das Gestüt zählte 550 Pferde, 170 davon waren Zuchtstuten.

 

So wie vor Jahren beschäftigen sich die Einwohner von Racot auch mit der Landwirtschaft. Die sich sehr schnell entwickelt. Man benutzt moderne Wirtschaftsmethoden und Maschinen.

Die meisten Frauen, ähnlich, wie früher führen den Haushalt und erziehen die Kinder. In Racot befinden sich jetzt ebenfalls 2 Sägewerke, 2 Läden, 1 Apotheke, 1 Blumengeschäft und immer mehr Leute arbeiten in der naheliegenden Stadt, Koœcian oder sie fahren in andere Regionen von Polen oder Europa.

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